Epischer Zankapfel. Epic und Apple gehen in die zweite Runde

Epischer Zankapfel. Epic und Apple gehen in die zweite Runde

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Der Rechtsstreit zwischen Epic und Apple nimmt immer größere Ausmaße an. Seit August 2020 haben beide Unternehmen Klagen gegen den jeweils anderen an den Gerichtshöfen eingereicht. Epic hat bei seinem Spiel Fortnite eine eigene Bezahlmöglichkeit eingebracht, welche den Applestore ausschließt, um so nach Möglichkeit so viel wie möglich vom Kuchen zu behalten. Apple, die an verkauften Artikeln normalerweise 30 % mitverdienen, war natürlich davon wenig begeistert und schmiss Fortnite aus dem Store.

Durch den Ausschluss wären die Mobile-Einnahmen von Epic um 60 % zurückgegangen, weswegen das Unternehmen Klage einreichte.
Apple wiederum fühlt sich betrogen vom Spieleentwickler und verklagte Epic auf Schadensersatz für die versäumten Einnahmen.
Am 3. Mai war nun Prozessauftakt und man darf wohl gespannt sein, welche der beiden Seiten recht bekommen wird. Egal wie das Urteil ausgeht, könnte das auch andere Entwickler dazu bewegen, Schritte einzuleiten. Die 30 % Abgaben an Apple sind nicht zum ersten Mal in der Kritik.

Brisante Daten wurden auf Twitter veröffentlicht

Nun wurden auf Twitter auch noch firmeninterne Dokumente und Zahlen von Epic geleakt, was das Unternehmen wohl wenig freuen dürfte.
So können wir an der Grafik ablesen, dass unsere „kostenlosen Spiele“ gar nicht so kostenlos sind, wie wir eigentlich glauben. Epic überweist dem Publisher bzw. Entwickler jedes Mal eine hohe Einmalzahlung um das Spiel anschließend kostenlos bereitstellen zu können. Für Batman Arkham wurden beispielsweise 1.5 Millionen Euro an Warner Bros. abgetreten.

Auch kann man sich so errechnen wie viel die Entwickler pro geschenkten Artikel als Ausgleich erhielten. Subnautica wurde beispielsweise 4.6 Millionen Mal heruntergeladen, womit wir auf knapp 30 Cent pro Kopie kämen, die der Entwickler erhalten hat. Auch hier steht bei einigen die Verhältnismäßigkeit infrage.
Mangeln dürfte es dem Konzern jedenfalls nicht an Geld, so wurden für die Exklusivrechte für den Verkauf von Borderlands 3, 150 Mio. US-Dollar auf den Tisch gelegt. Bei 7 Mio. verkauften Kopien binnen der ersten Monate dürfte es die Investition alle mal wert gewesen sein.

Weitere Beispiele für den „Gratis-Deal“ von Epic sind Borderlands: The Handsome Collection, welche mit 11 Mio. Dollar zu Buche schlug, so wie 20 Millionen für Civilization 6.
Was allerdings nun auch nach und nach an die Öffentlichkeit gelangt ist, dass Epic im Moment riesige Verluste einfährt. Ihre Marketingstrategie sowie die enormen Ausgaben für exklusive Rechte scheinen wohl bislang viel zu wenig abzuwerfen. Tim Sweeney der CEO von Epic bestätigte diese Angaben am ersten Prozesstag. Man rechne wohl mit weiteren drei bis vier Jahren, bis das Unternehmen wirklich profitabel wäre.

Es bleibt abzuwarten, ob der Konzern so lange durchhalten wird oder ob wir demnächst von weiteren negativen Neuigkeiten hören werden. Mit einer der Faktoren wird dann wohl auch der Prozess gegen Apple sein.

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