Zumindest eine Branche scheint mit den Entwicklungen rund um Corona zufrieden zu sein. E-Learning ist gefragt, wie nie zuvor. Selbst Unternehmen und Bildungseinrichtungen, die sich bisher gegen die Nutzung der virtueller Schulungsräume gesträubt haben, sind in der Krise gezwungen, nach Alternativen zu suchen.

Das E-Learning bietet viele Möglichkeiten, sich und die Mitarbeiter weiterzubilden.

Besonders beliebt sind:

Virtual Classrooms und Webinare (80 Prozent), in denen die Teilnehmer sofort in Kontakt zueinander treten können.

Micro-Learning (66 Prozent) mit seinen Video-Tutorials und kleinen Lerneinheiten bietet jede Menge Möglichkeiten der schnellen, unkomplizierten Weiterbildung.

Ebenfalls gern genutzt werden Lern-Apps und mobile Anwendungen (64 Prozent), die sich überall in den Arbeitsalltag einbinden lassen.

Genügend Möglichkeiten und dank Corona reichlich Interesse. Kein Wunder also, dass sich die E-Learning-Branche einen regen Wachstum ausrechnet. Auch nach der Pandemie würde das virtuelle Lernen weiterhin viele Vorzüge bieten , die für Unternehmen und Bildungseinrichtungen attraktiv sind.

Der Unterricht ist nicht mehr standortgebunden. Alle Mitarbeiter könnten darüber erreicht werden. Sie müssen nicht mehr zu der Lehreinrichtung reisen, sondern die kommt zu ihnen und das weltweit.

Neue Lerninhalte können schneller angepasst werden, als wenn sich erst die einzelnen Standorte absprechen müssten.

Für kleine, schnelle Lerninhalte muss kein Seminarraum mehr angemietet werden, die kann man sich bequem übers Tablet aneignen.

Das ist enormes Zeit- und Kostenersparnis. Und auch das Thema „Nachhaltigkeit“ wird bedient, weil man nicht mehr gezwungen ist, Mitarbeiter auszuschicken und unterzubringen.

Nur gibt es in diesem Land einen kleinen Haken- …das leidige Thema „schnelles Internet“. Da liegt Deutschland mal wieder im internationalen Vergleich im unteren Drittel. Die Entwicklungen der letzten 30 Jahre sind praktisch verschlafen worden. Ländliche Gebiete kennen „Glasfaser“ eigentlich nur vom Hörensagen, jeder zweite Nutzer surft dort im Schneckentempo. Das Senden und Empfangen von beispielsweise Streams wird somit zu einer Nervenzerreißprobe.

Besonders gravierend machen sich die digitalen Versäumnisse in unseren Schulen bemerkbar. Dort ist Deutschland mit Platz 27 klares Schlusslicht im europäischen Vergleich „E-Learning“. Weder Netzabdeckung noch das technische Know-how sind ausreichend, um einen reibungslosen, virtuellen Schulalltag zu gewährleisten. Auch besitzen Schüler oftmals nicht die geeigneten Endgeräte.

Möglicherweise verbirgt sich hinter der Corona-Krise die Chance, Deutschlands Regierung begreiflich zu machen, wie lebensnotwendig es ist, als diese Versäumnisse endlich anzugehen und somit dem Fortschritt die Tür zu öffnen. Es würde Deutschland auch als Standort für deutlich attraktiver für Unternehmen machen.

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