Wenn im Schlager der Galerist keine eigenen Bilder malen darf…
Foto: Sebastian von Mletzko

Wenn im Schlager der Galerist keine eigenen Bilder malen darf…

Uhr
Marc Wegerhoff
Share on facebook
Facebook
Share on pinterest
Pinterest
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on email
Email
Share on print
Print
Facebook
Twitter
WhatsApp

Man stelle sich kurz vor, da ist ein Mensch, der eine eigene Gallerie betreibt. Er kennt nicht nur seine Szene sehr gut und kann die Bilder bestens an die Kunden bringen, sondern ist zusätzlich selbst ein guter Maler und Künstler. Nun entscheidet sich Selbiger, eigene Bilder zu malen und diese anzubieten, zu zeigen und zu verkaufen. Wer würde jetzt da auf die Idee kommen, ihm das zu versagen? Gäbe es vielleicht andere Galeristen, die meinen könnten: „Gute Arbeit, tolles Bild, aber Schuster, bleib bei Deinen Leisten. Du bist Galerist und verkaufst Bilder. Da musst Du ja nicht selbst auch welche malen.“

Eine utopische Geschichte oder? Nicht so ganz, denn in der uns so beliebten Schlagerszene findet das teilweise genauso statt. Nur ist der Gallerist ein DJ, der dann auch eigene Songs singt und veröffentlicht und die DJ-Kollegen diejenigen, die ihm genau das schlecht- oder ausreden wollen. Noch schlimmer: Sie geben sogar zu, die Titel bewusst nicht zu spielen. Warum? Keine Ahnung. Neid, Missgunst, what ever.

Ich will das aber auch kurz anhand eines realen Beispiels festmachen: So gab es im März 2017 bei MUXX.TV eine Sendung mit den üblichen Protagonisten der DJ-Hitparade. Allen voran Initiator Uwe Hübner und ein paar seiner Elite-DJs inkl. Frauen. Frauen? Kein Plan, aber hinter einem erfolgreichen Mann steht immer eine noch erfolgreichere Frau, sagt man zumindest.

In dieser besagten Sendung ging es u. a. um den DJ und Sänger Sebastian von Mletzko. Seineszeichen einer der DJs in der „NINA“ in Bottrop, der seit einiger Zeit auch eigene Songs singt und veröffentlicht. DJ Stefan G. findet: „ein super, netter, sympathischer Typ…“… und dann weiter „… ich spiele seine Songs nicht, weil sie gefallen mir nicht… Er ist ein super DJ-Kollege, ermacht fantastische Musik…“ naja… und so weiter. Aber was denn jetzt? Er macht gute Musik, aber sie gefallen nicht?

„Wer Diskjockey ist, sollte Discjockey bleiben und wer Sänger ist, soll singen.“. Nur 5 Sekunden später wird das aber wieder relativiert, wenn es um Frank Neuenfels geht, der über sehr viele Jahre DJ war und dann ebenfalls eigene Songs erfolgreich in der Szene platzieren konnte.

Also: Kann Sebastian v. Mletzko es jetzt oder nicht?

Aktuell ist Sebastian von Mletzko mit seinem Titel „Wir waren Kinder“ seit 7 Wochen in den offiziellen Airplay-Charts (höchste Platzierung auf Platz 32). Bedeutet, dass er in den Radios (nicht Internetradios) regelmäßig gespielt wird. Ein Fakt, den sich viele andere Künstler wünschen und eher nicht erreichen.

Sebastian selbst sagt auf Anfrage immer, dass er sich nicht profilieren will. Er hält sich bewusst zurück, sieht sich selbst nicht als den großen Sänger und Star, sondern macht das, was ihm Spaß bereitet. Wenn sich „Elite“-DJ-Kollegen scheinbar seit Jahren darüber erregen oder bewußt die Songs nicht spielen, die die Hörer aber wohl offensichtlich doch wollen, dann muss man mal in den Raum stellen, ob die „Elite-„DJs irgendwie im falschen Job sind.

Nunja, eine Tanzfläche für eine Nacht bekommt man auch ohne Songs von Sebastian v. Mletzko voll. Wertschätzung unter Kollegen, die man ja soooo nett und sympathisch findet, sieht allerdings anders aus.

Im Ergebnis macht Sebastian v. Mletzko einen hervorragenden Job mit viel Understatement. Das macht ihn sympathisch und er weiß, dass es eben nicht auf ein oder zwei oder drei „Elite-„DJs ankommt.

Airplay-Charts sind toll und das Ziel vieler Künstler. Durchaus deutlich wichtiger, als eine Platzierung in der DJ-Hitparade, die offenbar wenig Wertschätzung unter Kollegen enthält, bzw. einfach nur unbegründete Vorbehalte beherbergt.

In diesem Sinne: Weitermachen, jeder so wie er/sie es für richtig hält! Mach ich auch.