Stehen eisige Zeiten vor der Tür? Ein weiterer großer Abgang bei Blizzard

Ein Kommentar zum Abschied von Jeff Kaplan

Stehen eisige Zeiten vor der Tür? Ein weiterer großer Abgang bei Blizzard

Foto: Blizzard Pressearchiv

The Lost Vikings, Diablo, die RTS Klassiker von Warcraft und Starcraft, Overwatch, World of Warcraft oder Heroes of the Storm… ich glaube, ich muss niemanden erklären, wer hinter all diesen Spiele-Hits steht. Wir alle kennen die altehrwürdige Spieleschmiede mit ihrem Sitz in Irvine. Von den alten Veteranen aus den 80ern und 90ern sind nur noch wenige übrig. Die einen sind elektronische Künstler, andere haben sich mit der Switch neu erfunden und dennoch sticht Blizzard bis heute heraus. Auch heute noch bringt die Erinnerung unsere Augen zum Leuchten, wenn wir an LAN-Partys mit Diablo und Warcraft zurückdenken oder wie wir einst unsere ersten großen Bosse in World of Warcraft erlegt haben. Heute noch können wir packende Partien in Overwatch erleben oder bei einer Runde Hearthstone entspannen. Blizzard hat Genre mit erfunden und stand eigentlich immer für eine enorme Qualität bei ihren Spielen.

Die einen würden sagen, sie seien etwas einfallsloser geworden, die anderen meckern über den ein oder anderen Bug oder fehlendes Balancing in Spielen. Doch was wir in letzter Zeit immer wieder hören, sind weitaus schlechtere Nachrichten vom Blizzard Hauptquartier. Kündigungswellen erschüttern immer wieder das Unternehmen und sorgen für negative Schlagzeilen und dann gibt es immer wieder richtige Blitzeinschläge.

2018 legt Gründer Michael Morhaime sein Amt bei Blizzard nieder und verlässt 2019 komplett das Unternehmen. 2019 gibt Mitgründer Frank Pearce seinen Rücktritt bekannt. Nun ist von den drei Pionieren nur noch Allen Adham im Amt. Auch weitere hochkarätige Mitarbeiter haben im Laufe der Zeit den Videospielgiganten verlassen, allen voran Omar Gonzales, Chris Sigaty, Dustin Browder und nun auch der Vater von Overwatch Jeff Kaplan.

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Kaum jemand stand so sehr mit seinem Gesicht für die Markt Overwatch wie Kaplan. Kaum jemand war so oft zu hören und zu lesen, wenn es um dieses Spiel ging. Sein Abgang ist nicht nur ein herber Verlust für Blizzard, nein auch für die Community. Ob für ordentlichen Ersatz gesorgt werden kann, bleibt natürlich abzuwarten aber die Lücke, die es zu füllen gibt, ist riesig. Zumindest kommt sein aktueller Nachfolger vom Fach, denn Aaron Keller war zuvor Jeff Kaplans rechte Hand. Bezeichnend für die enge Beziehung zu Blizzard sind auch seine Abschiedsworte: „Akzeptiere die Welt nie so, wie sie zu sein scheint. Wage es immer, sie als das zu sehen, was sie sein kann. Ich hoffe, du tust dasselbe.“, ein Zitat von Winston aus Overwatch, seinem Herzensprojekt.
19 Jahre lang hat Jeff Kaplan seine Spuren im Unternehmen hinterlassen, angefangen hat es allerdings auf so nerdige Art und Weise, dass es nahezu bezeichnend für ihn ist.

Kaplan spielte damals in einer Gilde namens „Legacy of Steel“ das MMO Everquest und war in dessen Community sehr aktiv. In den Foren hatte er sich bald schon einen Namen gemacht und erregte die Aufmerksamkeit von Robert Pardo, seinem Gildenoberhaupt der damals wie viele andere Gildenmitglieder bei Blizzard arbeitete. Man lud Jeff Kaplan 2001 ins Blizzard Hauptquartier ein und zeigte ihm das in Entwicklung befindliche World of Warcraft. Nach mehreren solcher Treffen und der Ankündigung von WoW, bot man Kaplan an sich zu bewerben. 2002 trat er dem Team bei und so nahm die Geschichte ihren Lauf. Kaplan sorgte für die Qualitätssicherung von Warcraft 3 und übernahm später die Questdesign-Abteilung von World of Warcraft zusammen mit Chris Metzen und Nat Pagle…Verzeihung, wir meinen natürlich Pat Nagle.

2009 kam dann der Wechsel von WoW zum Geheimprojekt: Titan, welches aber 2014 offiziell als gescheitert erklärt wurde. Metzen und Kaplan, sowie 38 weitere Mitarbeiter setzten sich daraufhin zusammen und entwickelten etwas Neues. Dies war die Geburtsstunde von Overwatch und würde 2016 veröffentlicht werden. Schon wenige Wochen nach Release hatte das Spiel mehr als eine Milliarde US-Dollar in die Kassen gespielt und zog mehr als 30 Millionen Spieler vor die Bildschirme.

Der Erfolg war alleine schon anhand dieser Zahlen deutlich abzulesen und schnell baute Overwatch eine stark wachsende Community aus. Mit sympathischen Sprechern, tollen Animationskünstlern, einem starken Team und alles unter der Regie von Jeff Kaplan, wurde das Spiel zu einer echten Bank im Hause Blizzard, bis zum heutigen Tage. Egal ob Overwatch League, Overwatch 2 was sich in Entwicklung befindet das Spiel ist und bleibt ein Publikumsliebling und umso schmerzhafter ist der Abschied nun für alle. Auch Entwickler von anderen Studios bedauern den Abgang und wünschen Kaplan natürlich nur das Beste für seine weitere Reise.

Es bleibt abzuwarten wie sich sein Abgang auf das Unternehmen selbst auswirken wirkt. Viele haben nach dem Debakel um das Remaster von Warcraft 3 oder der peinlichen Präsentation von Diablo Immortal ein Stück weit den Glauben an Blizzard verloren. Auch die Fusion mit Activision sehen Fans der Spieleschmiede und auch Redakteure aus verschiedenen Lagern bis heute als problematisch an. Einige vermuten, dass die negative Entwicklung nicht zu guter Letzt Activision selbst anzulasten ist. Wie viel Blizzard noch in Blizzard steckt, vermag wohl niemand mehr zu sagen und Schlagzeilen wie der Abgang von Jeff Kaplan werden wohl auch nicht dazu beitragen, dass sich die Sicht auf den Konzern verbessern wird.

Bis dahin bleibt uns wohl nur die Hoffnung, dass sich alles zum Guten wenden wird.

Denn: Heroes never die!

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