Über das Ende einer Ära. Kiryu Coco verabschiedet sich.

Über das Ende einer Ära. Kiryu Coco verabschiedet sich.

Foto: YouTube

Während viele von uns täglich nach Ablenkungen vom normalen Leben suchen, gibt es jene die uns diese Ablenkung bieten.

In der heutigen Zeit verlagert sich die Suche nach einer schönen Zeit nicht selten ins Internet. YouTube und Twitch bieten hierbei viel Programm für jeden Geschmack und so breitete sich auch das Phänomen der VTuber hier besonders schnell aus.

Im folgenden Artikel möchte ich gar nicht so sehr auf die Geschichte dieser Unterhaltungskünstler eingehen, sondern viel mehr den Blick auf eine Person werfen, die viel für die Szene getan hat.

Wir sprechen von Kiryu Coco, auch genannt Kaichou (dt. Vorsitzende, Präsidentin). Kurz vor Ende des Jahres 2019 betrat Coco die virtuelle Bühne und hinterließ schnell einen bleibenden Eindruck beim Publikum. Auch für Oversea-Zuschauer wurde die hochgewachsene Drachendame schnell interessant, denn im Gegensatz zu ihren Kolleginnen aus Japan sprach Coco auch Englisch fließend.

Dies war wirklich etwas Besonderes, denn nicht selten mussten sich Fans auf Clips mit Untertitel verlassen, um ihre Idole zu verstehen. Doch nun war diese Sprachbarriere gebrochen. Coco konnte sich mit ihren Fans auf einer weitverbreiteten Sprache unterhalten, fluchen oder mal eine Story zum Besten geben. Auch die Übersetzung für andere Member während Collabs war an der Tagesordnung. Der Wahnsinn!

Daher ist es kaum verwunderlich, dass sich der Gag: „Kiryu Coco ist Mitglied von: Hololive EN Generation 0“ schnell breitgemacht hatte als die erste Generation von Hololive EN an den Start ging.

Der Coco-Faktor

Allerdings macht eine Sprache kaum den alleinigen Erfolg aus. Yakuza-Dragon lebte generell am Limit des Erlaubten und das machte sie für ihr Publikum mehr als spannend. So kennzeichnete Houshou Marine irgendwann die „Kiryu Coco-Line“. Ein Punkt, an den man als VTuber bei YouTube gehen kann, bis es gefährlich wird. Egal wie brisant das Thema war, Coco stach in jedes Nest. Ein bisschen „lewd“ hier und ein bisschen Fluchen dort, aber nie über diese Grenze…lediglich genau darauf.

Was jetzt erstmal nach einem echten Rowdy klingt, da trügt der Schein. Kiryu Coco hatte neben ihrer sehr direkt und offenen Art auch eine sehr einfühlsame und loyale Seite. So gab sie Kolleginnen wie Minato Aqua oder Amane Kanata (mit der sie zusammenwohnt) emotionalen Support, wenn es wirklich darauf ankam. Eine Freundin auf die sich alle verlassen konnten.

Mit der morgendlichen „AsaCoco Live News“-Show und der „Meme Review“ zu der sie andere VTuber von Hololive einlud, hatte Coco zwei wichtige Unterhaltungsprogramme für ihr Portfolio.

Kaum jemand anders, schaffte es so starke Brücken zu schlagen zwischen VTubern und Community wie die allseits geliebte Drachin.

Wir hoffen, dass diese Connections von anderen fortgeführt werden, jemand wie Sprachtalent Takanashi Kiara und ihre Talk-Show sind ja schon auf dem besten Wege.

Bekanntheit hat nicht nur gute Seiten

Natürlich ist auch bei Hololive und im VTuber-Universum nicht alles heiter Sonnenschein. Hier und da fließen auch mal Tränen oder sorgen schlechte Nachrichten für Erschütterungen im Gefüge.

So kam es am 27. September 2020 zum Eklat. Sowohl Coco als auch Akai Haato wurden für 3 Wochen suspendiert, nachdem sie Taiwan als Land bezeichnete. Da es politische Spannungen zwischen China und Taiwan gibt, sorgte die Aussage beim chinesischen Publikum für enorme Unruhen und das Unternehmen sah sich zum Handeln genötigt.

All dies brachte Coco durchaus in Schwierigkeiten, so war eine Collab mit anderen Hololive-Mitgliedern bisweilen schwierig. Man hatte Sorge, dass aufgebrachte Personen nun auch andere VTuber die mit Coco zusammenarbeiten, angreifen würden. Insgesamt ein schwieriges Kapitel in der Timeline von Hololive.

Dennoch brachte selbst diese Krise etwas Positives hervor. Selbst Leute, die mit VTubern nichts anfangen konnten sympathisierten sich mit Kiryu Coco und schon bald war trotz ihrer Abwesenheit die 700.000 Abo-Marke geknackt.

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Und wie ging es weiter?

Langsam normalisierte sich die Lage und es schien als wäre Coco am Höhepunkt ihrer bisherigen Karriere angekommen. Am 17. Februar nahm man auch die 1.000.000 Subscriber-Hürde und der Zug wollte nicht langsamer werden.

Bis zum 9. Juni 2021… aus relativ heiterem Himmel kündigte Kaichou ihren Rücktritt an. Ein Schock für die Community und viele ihrer Freundinnen. Einige waren eingeweiht, aber wohl nicht alle und die Reaktionen fielen dementsprechend geschockt und traurig aus.

Trotzdem wollte Coco noch einmal alle Register ziehen im übrigen Monat. Es erschien zum letzten Mal die AsaCoco Live News, enorm viele Collabs mit allen möglichen Hololive-Membern wurden gezeigt und niemand sollte zurückgelassen werden. Auch ihr Song „Weather Hackers“ fand noch sein Debüt vor ihrem Abtritt von der virtuellen Bühne.

Insgesamt hatte Coco noch einmal die Welt richtig auf den Kopf gestellt und das Letzte aus sich herausgeholt.

Der Abschied…

Ihr Abschluss-Stream brach noch einmal alle Rekorde. Über 490.000 Zuschauer sahen den letzten Stream von Kiryu Coco und der Superchat lief heiß. Jedes Idol bekam die Möglichkeit sich persönlich von Coco zu verabschieden und rührende Briefe brachten wahrscheinlich nicht nur ihre Freundinnen zum Weinen. Man merkte regelrecht wie die große, weite Welt trotz Pandemie ganz nah zusammenrückte. Ein Schulterschluss zwischen Kolleginnen, Szene-Bekanntschaften und Fans auf der ganzen Welt. Tausende von Tweets trafen auf Twitter ein, egal ob von kleineren VTubern, Internetprominenz oder anderen VTuber-Größen.

Coco selbst versuchte immer wieder eine positive Ebene herzustellen. Man würde sich nochmal wiedersehen, wir sollen positiv bleiben.

Und auch Hololive sendete gute Signale in alle Richtungen, denn ihr Name dürfe weiterhin erwähnt werden, man wolle im Guten auseinander gehen.

Doch so schmerzlich und süß dieser Abschied war, irgendwann war es vorbei.

Noch einmal verneigte sich Kiryu Coco auf unseren Bildschirmen, das Licht ging aus, die Show war vorüber.

Was bleibt ist eine drachengroße Lücke in den Herzen aller Beteiligten und die Hoffnung, dass wir nicht zum letzten Mal ihre Stimme hörten.

 

Wir verneigen uns vor dir Kaichou und sagen arigathanks gozaimuch für die schöne Zeit!

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