Wie verändert Corona die Festival-Landschaft?

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Ein Sommer ohne Musikfestivals? Bis vor gar nicht allzu langer Zeit wäre das für Musikbegeisterte und Fans jener Großveranstaltungen, die rund um den Globus für einige Tage Menschen unterschiedlichsten Alters, Nationalität und Musikgeschmacks anziehen, undenkbar gewesen. Seit die Corona-Pandemie sich kontinuierlich von einem Land zum anderen ausbreitete, wurde das Schreckgespenst, ein Festival abzusagen oder wie…

Ein Sommer ohne Musikfestivals? Bis vor gar nicht allzu langer Zeit wäre das für Musikbegeisterte und Fans jener Großveranstaltungen, die rund um den Globus für einige Tage Menschen unterschiedlichsten Alters, Nationalität und Musikgeschmacks anziehen, undenkbar gewesen.

Seit die Corona-Pandemie sich kontinuierlich von einem Land zum anderen ausbreitete, wurde das Schreckgespenst, ein Festival abzusagen oder wie in den meisten Fällen auf 2021 zu verschieben, bittere Realität.

Absagen bedrohen die ganze Branche

Als Bundeskanzlerin Angela Merkel am 15. April eine Verlängerung der „Beschränkungen des öffentlichen Lebens zu Eindämmung der COVID19-Epidemie“ verkündete, laut derer Großveranstaltungen bis mindestens 31.08.2020 untersagt sind, bedeutete dies das Aus für die Festival-Saison 2020 hierzulande.

Während auch die großen Namen wie Rock am Ring, Rock im Park oder Southside mit den finanziellen Folgen der Absagen zu kämpfen haben, jedoch schon für 2021 planen, sehen sich die kleinen bis mittelgroßen Festivals gar in ihrer Existenz bedroht.

Somit gleicht die Situation der Veranstalter jener der Künstler, die sie eigentlich für einen Auftritt gebucht hatten. Weltbekannte Headliner wie Green Day und System of a Down stehen trotz geplatzter Auftritte und Tourneen nicht vor der Pleite, für unbekanntere Musiker mit einer überschaubaren Fanbase stellt sich die Situation ungleich dramatischer dar.

Die schleppende Reaktion der politischen Entscheider, die Kultur oft als kaum systemrelevant begreifen, trägt da auch nicht gerade dazu bei, die allgemeine Stimmung in der Konzertbranche etwas aufzuhellen. International sieht die Situation kaum besser aus, in Ländern wie den USA ist die Bereitschaft des Staates, den Organisatoren der Festivals unter die Arme zu greifen, noch geringer.

Rückkehr der Musikfestivals in 2021?

So bleibt die Hoffnung auf ein Ende der Beschränkungen und ein baldiges Wiedersehen im neuen Jahr der Strohhalm, an den sich Veranstalter, Musiker und Besucher klammern.
Die wichtigsten deutschen und internationalen Festivals sind laut aktuellem Stand wie folgt geplant:

– Rock am Ring (Nürburgring) und Rock im Park
(Zeppelinfeld/Nürnberg): 11.-13.06.2021, Headliner:
Green Day, System of a Down, Billy Talent

– Southside Festival (take-off GewerbePark/
Neuhausen ob Eck): 18.-20.06.2021, Headliner: Kings
of Leon, Seed, Deichkind

– Superbloom München (Olympiapark/München):
04./05.09.2021, Headliner: David Guetta, Miley Cyrus,
AnnenMayKantereit

– Wacken Open Air (Wacken): 29.07.-31.07.2021,
Headliner: noch unbekannt

– Coachella Valley Music and Arts Festival (Indio/USA):
09.-11.04.2021 und 16.04.-18.04.2021, Headliner
noch unbekannt

– NOS Primavera Sound (Barcelona/Spanien):
02.06.-06.06.2021, Headliner: The Strokes, The
National, Beck

– Glastonbury Festival (Pilton/Großbritannien):
23.06.-27.06.2021, Headliner: noch unbekannt

– Roskilde Festival (Roskilde/Dänemark):
26.06.-03.07.2021, Headliner: Tyler, the Creator,
Thom Yorke, Tomorrow’s Modern Boxes

Ein Lichtblick könnte der für den 22. August in Leipzig geplante Auftritt von Tim Bendzko sein, der als Test für die ganze Branche gilt. Für die Feldstudie der Uniklinik Halle werden alle 4000 Zuschauer vor dem Konzert getestet, um das Risiko eines Corona-Ausbruchs berechnen zu können. Wie schnell Wissenschaft und Politik die Krise in den Griff bekommen, dürfte auch davon abhängen, wie schnell ein Impfstoff gefunden wird.

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Marc Wegerhoff
Gründer & Redakteur
Ich schreibe gerne kritische, aber sachlich-fundierte Berichterstattung zu Themen, die meistens keiner hinterfragt. Mein großes Hobby ist "Napoletanische Pizza". Darüber könnte ich ebenso viel schreiben, wie zur Schlagerszene.
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